Expertenmeinung
Buchverlust ist kein Verlust: Heiko Thieme über Geduld, Tranchen und Timing
2025 war an der Börse deutlich freundlicher als die Nachrichtenlage. Heiko Thieme nennt es ein "äußerst positives Börsenjahr" und erinnert an den April: Als der DAX kurz unter 20.000 rutschte, waren das für ihn Kaufkurse, gestützt auf seinen Fünf-Tage-Indikator als Jahres-Kompass. Wichtig dabei: Der Indikator sagt nicht, wie weit der Markt läuft, sondern eher, ob er am Ende "über Vorjahr" landet.
Klartext zu Verlusten: Entscheidend ist für Thieme nicht der Buchverlust, sondern der realisierte. Was wie Schmerz aussieht, kann später, wie bei Siemens Energy, zum Mehrfachgewinn werden. Spannend ist sein Währungsblick: US-Indizes mögen in USD gut aussehen, in Euro gerechnet schrumpft das Ergebnis schnell, wenn der USD fällt. Für 2026 skizziert er ein strukturiertes Depot: bis zu 50 % in ETFs, regionale Mischung statt "Weltindex mit USA-Übergewicht", dazu Einzelwerte in Tranchen und mit klaren Positionsgrößen. Edelmetalle gehören für ihn als Beimischung dazu, plus Geduld als Kernkompetenz.
Sein Ausblick bleibt optimistisch, aber gedämpft: eher 7 % bis 15 % statt noch einmal 20 % oder mehr. Zinsen sind nicht mehr der Motor, wichtiger werden Reformen, Infrastruktur und Anreize, damit Arbeit sich wieder lohnt.
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